Online Orthografie trainieren

Die Lernplattform www.orthografietrainer.de bietet eine kostenlose und werbefreie Möglichkeit, die eigenen Fertigkeiten und das Gefühl für Rechtschreibung zu verbessern. Wird ein Fehler gemacht, gibt das Lernprogramm gezielt mehr Material, um entsprechende Schwächen zu beheben. Dagegen werden Inhalte, die beherrscht werden schneller durchlaufen. Das Ziel hinter diesem adaptiven e-Learning-Ansatz ist es, wissenschaftliche Daten zu sammeln, um daraus eine Verbesserung des Rechtschreibunterrichts zu ermöglichen. Theoretischer Hintergrund ist die Theorie des impliziten Lernens, nach der auch ohne Beteiligung des Bewusstseins gelernt werden kann, wenn genug Aufmerksamkeit auf den Lerninhalt besteht. Im Bezug auf die Orthografie würde das bedeuten, dass weniger das Lernen der Regeln zum Erfolg führt als vielmehr die Einübung und Anwendung dieser Regeln.  Weiter lernpsychologische Überlegungen zielen auf die Verkürzung des Feedbacks nach Rechtschreibfehlern. Während beim klassischen Unterricht die Fehlerrückmeldung nach Tagen erfolgt und damit das Lernen aus Fehlern erschwert, erfolgt das Feedback beim E-Learning direkt nach der Schreibung.

Panorama der Hochschulen 2010

Das Schweizerische Bundesamt für Statistik (BFS) hat das Panorama der Hochschulen 2010 herausgegeben. Eine Zusammenfassung von statistischen Daten der universitären Hochschulen, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen. Die Themen sind:

  • Das Schweizer Hochschulsystem im Überblick
  • Bologna-Reform
  • Öffnung der Hochschulen für ausländische Studierende und Personal aus dem Ausland
  • Umfang der Studierendenmobilität
  • Finanzen der Hochschulen
  • Berufserfolg der Absolventinnen und Absolventen
  • Zukunftstrends

Wichtige Ergebnisse:

  • 76% der Studierenden der universitären Hochschulen, die 2008 einen Bachelor erhielten, begannen noch im gleichen Jahr ein Masterstudium.
  • Die durchschnittliche Studiendauer an universitären Hochschulen beträgt beim Bachelor 4,1 Jahre und beim Master 2,2 Jahre.
  • Der Anteil der ausländischen Studierenden betrug 2008 17%.
  • Das Personal an den Schweizer Hochschulen bestand 2008 zu fast 30% aus ausländischen Staatsangehörigen.
  • 20% der Hochschulabsolvent/innen von 2006 gaben an, dass sie während ihres Studiums in der Schweiz und/oder im Ausland mobil waren.
  • Am mobilsten sind die Studierenden der Geisteswissenschaften (40%) und des Bereichs Recht (30%). Am wenigsten mobil sind die Studierenden des Fachbereichs Gesundheit (12%).
  • Mehr als zwei Drittel der untersuchten Hochschulabsolventen befinden sich in einer erfolgreichen Berufssituation.
  • Fast 90% der untersuchten Hochschulabsolvent/innen beurteilen ihre derzeitige Stelle positiv, unabhängig von den objektiven Arbeitsbedingungen.

Die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie EduCare belegt die positiven Auswirkungen des Besuchs einer Ganztagsschule auf Primarschulkinder (Medienmitteilung SNF). In der Längsschnittstudie wurden dafür 521 Kinder aus 11 Kantonen untersucht. Eine Gruppe besuchte den klassischen Halbklassenunterricht, eine zweite Gruppe den Blockzeitenunterricht (Morgenunterricht) und die dritte Gruppe besuchte eine Tagesschule. Die Erziehungswissenschaftler Walter Herzog und Marianne Schüpbach von der Universität Bern kamen dabei zu den folgenden Ergebnissen:

  • Tagesschüler zeigen bereits nach zwei Schuljahren bessere Sprachkompetenzen. Sie können Wörter besser und schneller lesen und verstehen.
  • Tagesschüler zeigen bessere Sozialkompetenzen. Sie können sich besser konzentrieren, haben weniger Angst und sind in neuen Situationen weniger nervös.
  • Tagesschüler zeigen bessere Alltagsfertigkeiten. Sie können eher die Schuhe selbst binden oder besser mit Gabel und Messer umgehen.
  • Bei den mathematischen Kompetenzen schneiden die Tagesschulkinder weniger gut als die anderen Kinder ab.
  • Bei wenig elterlicher Förderung kann eine Ganztagsschule kompensatorisch wirken.

Von Marianne Schüpbach liegt zu diesem Thema auch das folgende Buch vor: Ganztägige Bildung und Betreuung im Primarschulalter, Qualität und Wirksamkeit verschiedener Schulformen im Vergleich (2010), VS-Verlag.

Bildungsbericht Schweiz 2010

Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF|CSRE hat Anfang Februar den Bildungsbericht Schweiz 2010 vorgestellt. Der Bericht enthält eine Fülle von Daten. Besonders interessant sind die langfristigen Entwicklungstrends. Zum Beispiel zeigen sich beim Bildungsniveau der Migranten signifikante Veränderungen. Während bis in die 90er Jahre ca. 60% der zuziehenden Migranten keine Berufsausbildung hatten und nur um die 10% über einen Hochschulabschluss verfügten, hat sich das Bild seit 2000 gewandelt. Zwischen 2005 und 2007 konnten rund 60% der neuen Migranten einen tertiären Bildungsabschluss nachweisen, was etwa doppelt so hoch ist wie bei der einheimischen Schweizer Bevölkerung. Wobei dieser Sachverhalt durch die unterschiedlichen Schulsysteme relativiert werden muss. So werden im Ausland viele Berufsausbildungen über ein Hochschulstudium vermittelt, während vergleichbare Berufsausbildungen in der Schweiz über eine Lehre erworben werden.

Jugendliche oder junge Erwachsene, die aus verschiedenen Gründen keinen Einstieg in ein langfristiges Arbeitsverhältnis gefunden haben und von staatlicher Unterstützung abhängig sind, haben grosse Mühe sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Welche Hindernisse stehen dem zum Beispiel entgegen? Ein problematisches Elternhaus oder privates Umfeld, mangelndes Selbstbewusstsein, fehlende Disziplin, geringe Sozialkompetenz, psychische Probleme und noch vieles mehr.

Ein interessanter Ansatz um dieser Zielgruppe einen Ausweg aus der Misere zu bieten, sind Projekte, die über Tanz- und Theaterarbeit ein Vielzahl von Kompetenzen vermitteln:

  • Gewöhnung an einen geregelten Tagesablauf
  • Erkennen der eigenen Ressourcen
  • Erwerb von handwerklichen, kreativen, technischen oder organisatorischen Fähigkeiten
  • Übung von Teamarbeit
  • Setzen und Erreichen von kurz- bis langfristigen Zielen
  • Gewinn von Selbstbewusstsein z.B. über erfolgreiche öffentliche Darbietungen
  • Entwicklung einer Motivation aus sich selbst heraus

Natürlich geht diese Entwicklung nicht ohne Reibung und Probleme “über die Bühne”. Gerade am Anfang sind viele Widerstände bei den Jungendlichen zu überwinden, bis sich erste Erfolge einstellen und dies auch für die Zielgruppe offenbar wird. Dies liegt an Verhaltensweisen und Rollenmustern, die sich über lange Zeit verfestigt haben. Wichtig ist deshalb eine langfristige Perspektive eines solchen Projekts. Aus meiner Sicht wäre es zusätzlich wünschenswert, wenn diese kreative Form des “Forderns und Förderns” mit Projektarbeit schon in der Schule einsetzen würde.

Hier sind ein paar Links zu solchen Projekten (auf Anfrage können weitere Links aufgenommen werden):

Andaba A – Theater Tanz Werkstatt

hiphopera – ein Projekt der Volkshilfe Wien

Theaterzirkus Primero Paso