Das Konzept der Bildungsgutscheine wurde in den 1950er Jahren von Milton Friedmann entwickelt. Der Staat vergibt damit das Geld nicht direkt an Bildungseinrichtungen, sondern gibt es indirekt zuerst dem Bürger, der damit eine freie Auswahl des Bildungsangebots bekommt. Dahinter steht der Gedanke der Förderung der Eigenverantwortung des Bildungswilligen und der Wunsch nach mehr Wettbewerb zwischen den Bildungseinrichtungen.

Nun wurden die Ergebnisse einer experimentellen Feldstudie publiziert, die den Einfluss von Bildungsgutscheinen auf die Weiterbildung in der Schweiz untersucht. Dabei zeigte sich, dass dieser finanzielle Anreiz wirksam ist, denn die Weiterbildungsquote erhöhte sich von 34% auf 40%. Je höher der Gutscheinbetrag war, desto eher wurde er auch eingelöst. Es zeigte sich aber auch, dass das Preis-Leistungsverhältnis für den Staat ungünstig ist, wenn die Gutscheine nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden. Denn nur die einkommensschwachen, weniger gut ausgebildeten Bevölkerungsgruppen würden auf die entsprechenden Weiterbildungsmassnahmen verzichten, wenn sie keinen Bildungsgutschein hätten. Dagegen hätten sich zum Beispiel 80% der Akademiker auch ohne Gutschein weitergebildet. Von den Autoren der Studie wird deshalb empfohlen, Bildungsgutscheine nur an Personen mit tiefer Grundbildung und mit tiefem Einkommen abzugeben. Mit dieser Massnahme könnten wohl auch die in dieser Personengruppe vermehrt anfallenden Sozialkosten gesenkt werden.