Die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie EduCare belegt die positiven Auswirkungen des Besuchs einer Ganztagsschule auf Primarschulkinder (Medienmitteilung SNF). In der Längsschnittstudie wurden dafür 521 Kinder aus 11 Kantonen untersucht. Eine Gruppe besuchte den klassischen Halbklassenunterricht, eine zweite Gruppe den Blockzeitenunterricht (Morgenunterricht) und die dritte Gruppe besuchte eine Tagesschule. Die Erziehungswissenschaftler Walter Herzog und Marianne Schüpbach von der Universität Bern kamen dabei zu den folgenden Ergebnissen:

  • Tagesschüler zeigen bereits nach zwei Schuljahren bessere Sprachkompetenzen. Sie können Wörter besser und schneller lesen und verstehen.
  • Tagesschüler zeigen bessere Sozialkompetenzen. Sie können sich besser konzentrieren, haben weniger Angst und sind in neuen Situationen weniger nervös.
  • Tagesschüler zeigen bessere Alltagsfertigkeiten. Sie können eher die Schuhe selbst binden oder besser mit Gabel und Messer umgehen.
  • Bei den mathematischen Kompetenzen schneiden die Tagesschulkinder weniger gut als die anderen Kinder ab.
  • Bei wenig elterlicher Förderung kann eine Ganztagsschule kompensatorisch wirken.

Von Marianne Schüpbach liegt zu diesem Thema auch das folgende Buch vor: Ganztägige Bildung und Betreuung im Primarschulalter, Qualität und Wirksamkeit verschiedener Schulformen im Vergleich (2010), VS-Verlag.